Aus: Louise L. Hay
»LULU UND DIE KLEINE AMEISE«
LIEBE LESERINNEN UND LESER,
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vor einiger Zeit erhielt ich ein Schreiben einer Erwachsenen, die mich wissen
ließ, wie hilfreich die Lulu-Bücher für sie als Kind waren. Sie
gaben ihr den Anstoß zur Entwicklung eines Selbstwertgefühls und von
Selbstachtung.
Natürlich war das genau mein Ansatz gewesen, als ich Lulus Abenteuer vor
vielen Jahren in den USA erfand, damals noch als schwarzweiß gezeichnete
Ausmalbücher. Die Lulu in den Geschichten war das kleine Mädchen, das
ich als Kind gern sein wollte – mit langen blonden Haaren, selbstbewusst,
hilfsbereit und jederzeit begierig zu lernen.
Dan Olmos, der Zeichner J. J. Smith-Moore und der Musiker Randall Leonard halfen
mir bei der Entwicklung der Lulu-Reihe, mit der ich die Kinder in ihre Kraft bringen
wollte. Sie sollte schließlich drei Bände umfassen. Ich sprach die
Geschichten sogar auf Hörkassette, als sie erschienen. Später brachte
mein Verlag Hay House die Ausmalbücher als koloriertes Kinderbuch gesammelt
heraus, und jetzt hat mir der AMRA Verlag vorgeschlagen, sie alle drei von einer
talentierten deutschen Künstlerin nach dem ursprünglichen Text völlig
neu illustrieren zu lassen, um diese bezaubernden Geschichten einer weiteren Generation
von Leserinnen und Lesern zugänglich zu machen. Ich sage: »Ja, tun
wir’s!«
An diesen Geschichten kann sich die ganze Familie erfreuen. Lesen Sie sie immer
wieder – am Besten gemeinsam vor dem Einschlafen. Ich hoffe, dass diese
Botschaften der Liebe, des Vertrauens und des Selbstbewusstseins nicht nur Ihre
Kinder inspirieren, sondern auch Sie.
Wir sind alle Kinder des Universums, egal wie alt wir sind.
Also viel Spaß damit!
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In Liebe, Louise L. Hay
DIE KLEINE AMEISE
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An einem faulen Nachmittag lag Lulu auf der Wiese im Garten und sah zu, wie
die Wolken vorbeischwebten. Sie machte ein Spiel daraus, sich vorzustellen,
dass die Wolken in Wahrheit ein Zirkus waren, der langsam über ihr vorbeizog.
Sie konnte einen Elefanten erkennen, einen Tiger und einen Clown ... und sogar
eine wunderschöne Frau auf einem fliegenden Trapez.
Sie hatte eine herrliche Zeit, als sie plötzlich spürte, dass etwas
auf ihrem Arm herumkrabbelte. Sie blickte hin, und es war eine Ameise.
Lächelnd sagte Lulu: »Oh, es ist nur eine kleine Ameise.«
Als die Ameise das hörte, stemmte sie zornig ihre winzig kleinen Arme in
die Taille und erwiderte patzig: »Pfff! Na, und du bist nur ein kleines
Mädchen!«
Lulu taten ihre Worte leid, und sie entschuldigte sich. »Verzeih mir,
kleine Ameise. So habe ich es nicht gemeint. Bestimmt bist du eine sehr bedeutende
Ameise.«
»Ach, schon gut«, entgegnete die Ameise. »Die Menschen glauben
immer, wir sind alle gleich. Ich hab’s einfach nur satt, das ständig
zu hören.«
DAS LIED, DAS SIE STÄNDIG SINGEN
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Für Lulu war der Stein sehr, sehr klein. Eigentlich war es eher ein großes
Sandkorn. Behutsam nahm sie den Stein zwischen zwei Finger und hob ihn dorthin,
wohin er sollte. Die Ameise war ganz außer sich vor Freude.
»Du würdest eine wundervolle Ameise abgeben!«, jubelte sie.
»Möchtest du nicht mitkommen und bei uns leben? Also, wenn du mit
uns arbeiten würdest, hätten wir unsere Stadt in null Komma nichts
fertig!«
Lulu lächelte die Ameise an. »Ich fürchte, ich würde in
eure Stadt nicht hineinpassen. Sie ist so viel kleiner als ich. Ich könnte
einfach keine Ameise sein.«
Die kleine Ameise sah verdutzt aus. »Aber warum denn nicht?«, fragte
sie. »In meiner Stadt gibt es ein kleines Lied, das wir ständig singen.
Es geht so:
Du kannst sein, was du willst, du kannst tun, was du willst, du kannst sein,
was du willst, das ganze Leben unterstützt dich.«
»Das ist aber ein komisches kleines Lied«, kicherte Lulu. »Was
soll das denn heißen?«
»Das heißt, auch wenn wir uns alle voneinander unterscheiden, haben
wir doch jeder die Kraft in uns, ganz wundervolle Dinge mit unserem Leben zu
machen«, erklärte die kleine Ameise. »Du kannst tun, was du
willst. Nichts kann dich aufhalten.«